Professorenduell 2017

Ein Bericht von Melina Liethmann

„Mit Studiengebühren halten wir wenigstens der Pöbel von den Unis fern!“ Als Reaktion auf diesen Ausruf drehen sich circa 100 Köpfe mit vor Erstaunen geweiteten Augen zu dessen Urheber um: Ein Student, ungefähr Anfang 20. Aber das Entsetzen hält nur kurz an. Das Publikum ruft sich schnell wieder ins Gedächtnis, dass es gerade an einer Veranstaltung des Debattierclubs Münster e.V. teilnimmt: Dem traditionellen Professorenduell. Dabei geht es nicht darum, seine eigene Meinung zu vertreten. Vielmehr sollen die Debattenteilnehmenden dem Publikum zeigen, wie man sich rhetorisch und argumentativ mit gesellschaftlich und politisch wichtigen Themen auseinandersetzt. Heute geht es um die Wiedereinführung von Studiengebühren – im Wahlkampf vor den Landtagswahlen am Sonntag ein brandaktuelles Thema. Gegenüber stehen sich die Regierung mit Anna und Matthias aus dem Debattierclub und die Opposition, vertreten von Herrn Dr. Achermann (Germansistik) und PD Dr. Thielsch (Psychologie). Debattiert wird im Format der Tübinger Debatte, die nach den Eröffnungsreden der Parteien das Publikum miteinbezieht. Die Zuschauenden dürfen Fragen an die Redner_innen stellen und ruhig auch mal ein bisschen pöbeln. Gerade läuft dieser interaktive Teil auf Hochtouren. Der Moderator des Abends, Prof. Dr. Wittreck, hat sichtlich Spaß an den provokanten Beiträgen aus dem Publikum und lässt jede_n zu Wort kommen. Anna und Matthias sind allerdings nicht zu beneiden. Immer wieder wird ihr Antrag, nachgelagerte Studiengebühren in Höhe von 500€ pro Semester einzuführen, angegriffen. Kein Wunder, das Publikum besteht fast ausschließlich aus Studierenden, die ihr Geld bestimmt lieber anders investieren. Gegen den bourgeoisen Ausruf des Zuschauers müssen sich aber nun die Professoren wehren: Prompt entfacht eine Deabtte über Marxismus, Liberalismus, Verwaltungsbeamte und sogar die DDR.
Einigen können sich die beiden Parteien nicht, sollen sie aber auch gar nicht. Schließlich geht es beim Debattieren darum, die eigene (zugeloste) Position so überzeugend wie möglich zu vertreten und da Publikum für sich zu gewinnen. Geschafft haben das Anna und Matthias. Zwar lehnt der Großteil der Zuschauenden die Studiengebühren am Ende immer noch ab, die beiden genießen aber nach der Debatte mehr Unterstützung aus dem Publikum als vorher. Nach den Regeln der Tübinger Debatte haben sie dank dieser Stimmenverschiebung das Duell gewonnen. Zum Schluss können wir also nur gratulieren und allen Debattenteilnehmenden, unserem Moderator Herrn Prof. Dr. Wittreck und natürlich unserer Präsidentin und Organisatorin des Abends, Jasmin, für den unterhaltsamen Abend danken!

Ein großes Dankeschön richtet sich auch an Matthias Carcasona, der für uns als Fotograph den Abend begleitet und so einige Erinnerungen festgehalten hat, die wir euch hier zeigen möchten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.